1998
 
1998
 
2000
 
2002


BUTTERBABE HISTORY


Es war Ende 1998, als das Snakeboarden langsam seinen Schwung verlor. Jan Kisselmann, einer der erfolgreichsten Snakeboarder weltweit, spielte mit dem Gedanken, sich vom Snakeboarden zurückzuziehen und zum Skateboarden zurückzukehren, das damals für ihn der Einstieg in die Funsport-Welt war. Allerdings sollte es diesmal kein gewöhnliches kurzes Brett sein, sondern ein richtig großes & fettes Board. Am besten so groß wie in Snowboard, um im Sommer das gleiche Feeling zu erleben wie im Winter auf der Piste. Leider gab es nirgends ein Brett, das seinen Wünschen entsprach...

Eines Tages fiel ihm jedoch bei Benetton Sportsystems, wo er seine Lehre absolvierte, ein Stück LKW-Boden in die Hände. Das Brett war genau 150 Zentimeter lang und lachte ihn förmlich an. Und bereits am gleichen Abend sägte und hämmerte Jan in seinem Keller das Ur-Butterbabe zusammen. Ein gnadenlos freihändiger Shape, dazu ein Paar neon-orange Gullwing "Street-Shadow"-Achsen von einem alten Skateboard und Kryptonics-Rollen ("30 mp/h max. speed") und der Urvater aller Butterbabes war geboren! Fortan kurvte Jan mit seinem Eigenbau auf Germerings Straßen herum...

Aber schon nach kurzer Zeit begann die Optimierung, neue Boards wurden gebaut, der Shape verändert, langsam bekamen die Boards "Carakter" und die Nachfrage unter seinen Freunden stieg. Jetzt fehlte nur noch ein Name und das passende Logo...

Das "Sternenmännchen" gab es bereits, Jan optimierte es noch ein wenig, damit es den Ansprüchen eines reinen Logos genügte, aber der Name "Starman" (erster Entwurf) wollte nicht so recht passen. Jan erinnerte sich an die Snakeboard-WM in London, bei der die Fahrer ihren Freundinnen immer "Yeah, it's just like butter, babe!" zuriefen, wenn der Boden perfekt asphaltiert war. In gewissem Sinne fuhren sich Jans Bretter auch wie Butter, der Name war also naheliegend...



Im Sommer 1999 bekamen Jan und ein Kumpel gerade noch 4 Quadratmeter Messefläche für einen Stand zugeteilt, der allerdings im hinteren Verbindungsgang zwischen Halle A3 und A4 lag. Am letzten Aufbautag, kurz vor Beginn der Messe, zauberten sie sich aus den Resten und Abfällen der übrigen Stände einen eigenen Messestand zusammen. In der Nacht wurden noch die letzten Vorführboards lackiert, mit dem Ergebnis, daß am Morgen nach dem Trocknen lauter Weberknechte auf den Boards festsaßen...

Trotz aller Widrigkeiten war die Resonanz recht gut, die Leute fanden den Handmade-Trash-Look ziemlich cool. Außerdem gab es auf der ISPO die Premiere des weltweit längsten Serien-Longboards zu bewundern: das LongJohn!

Dieses "Schiff" bot ein völlig neues Gefühl des Fahrens, vergleichbar dem Unterschied zwischen einem Smart und einer zehn Meter langen Stretch-Limousine. Dennoch war es mit dem Zwei-Meter-Brett problemlos möglich, sich durch die Satdt und sogar übervölkerte Fußgängerzonen zu bewegen. Die Reaktionen der Passanten reichten von "Surfboard" über "Bügelbrett" bis zu "Planke", und nicht wenige wollten auf dem "Familienbrett" mitfahren.

Ein halbes jahr nach dem ISPO-Auftritt folgte dann das Chickabusta, um die Butterbabe-Palette nach unten hin abzurunden. Es war besonders geeignet für Mädchen und leichtere Fahrer, denen das Classic noch zu schwer war.

Die erste Produktion der handgearbeiteten Bretter ist mittlerweile unters Volk gebracht und wir warten nun gespannt auf unsere Stunde, wenn Longboarden DER Hype sein wird und wir mit unseren Butterbabes den Asphalt surfen werden...